Haltung

Hamster laufen in ihrer Heimat viele Kilometer pro Nacht. Daher brauchen sie auch in der Heimhaltung ein Gehege, das so groß wie möglich ist. Die Unterscheidung zwischen Mittel- und Zwerghamstern sehe ich nicht als gerechtfertigt, da es nicht um die Körpergröße, sondern um die pro Nacht zurückgelegte Strecke geht. Ich orientiere mich hier an die bei www.diebrain.de empfohlenen Maße von 1m² (Mittelhamster exclusive, Zwerghamster inclusive Ebenen). Als absolutes Mindestmaße wird in den meisten Tierschutzorganisationen 4000cm² verlangt. (errechenbar: lxb) z.B. 80×50 od. 100×40. Einen weiteren Ansatzpunkt bieten bereits existierende wissenschaftliche Ausarbeitung (z.b. diese Dissertation) aber auch Erfahrungsberichte von Haltern zum Thema Laufmenge pro Nacht. Es zeigt sich, dass Hamster einen hohen Bewegungsdrang haben, dem entsprochen werden muss.

Mindestgrundfläche: 4000cm², empfohlene Mindestgrundfläche 1m²

Da Hamster dämmerungs- bzw. nachtaktiv sind, sollte der Standort des Geheges so gewählt werden, dass der Hamster tagsüber nicht gestört wird, im Gegenzug dafür aber auch nachts nicht die schlafenden Besitzer stört ;) Zudem sollte die Temperatur ein wenig im Auge behalten werden, da Hamster nicht schwitzen können vertragen sie große Hitzen gar nicht gut. Allgemein sollte eine Temperatur von 15°C nicht unterschritten und 24°C (Bei Mittelhamstern) bzw. 27°C (bei Zwerghamstern) nicht überschritten werden.

Die Art des Geheges ist hauptsächlich von den persönlichen Preferenzen abhängig.

  • Zum klassischen Käfig ist folgendes zu bemerken: Der Gitterabstand sollte bei Zwergen 0,6cm, bei Mittelhamstern 1cm sein, alles was darüber liegt, animiert zum Ausbrechen ;) ein geeigneter Käfig ist zum Beispiel dieser hier. Käfige haben einen großen Vorteil bezüglich Belüftung, leider kann man nur wenig einstreun. Zudem werden häufig grad sehr aktive Hamster in Käfigen zu Gitternagerer, was dem Besitzer einiges an Nerven kosten kann.
  • Das Aquarium bietet die Möglichkeit, besonders tief einzustreuen, was den der Gattung der Wühler angehörigen Hamstern zu Gute kommt. Der häufige Fehlglaube, der eigene Hamster wolle ohnedies nicht buddeln, widerlegt sich in der Regel ab einer Einstreutiefe von 30cm, dann ziehen die Kleinen nämlich meist in die unterirdischen Gefilde ;) Der Nachteil ist die mangelhafte Belüftung gerade bei kleineren Aquarien. Als Faustregel gilt, das Becken muss tiefer als höher sein.  Zusätzlich sollte höchstens 1/3tel der Grundfläche mit Ebenen verstellt sein. Leider sind sie recht schwer zu transportieren.
  • Terrarien/ Nagerterrarien haben den Vorteil, ungetrübte Sicht auf die Bewohner zu bieten. Wenn möglich sollte man auf einen erhöhten Streuschutz achten, um ordentlich tief einstreuen zu können. Normale Terrarien, wie sie in der Terraristik benutzt werden, stehen in Verdacht nicht genug Belüftung zu erlauben, daher sind sogenannte Nagertarrarien mit besonders großen Gitterflächen zu bevorzugen.
  • Eigenbauten haben den großen Vorteil, dass man sie sich individuell zentimetergenau an die Wohnsituation anpassen kann. Auch das Design bleibt komplett den eigenen Vorstellungen überlassen. Mit ein bisschen Geschick kann man sich ein echtes Möbelstück zaubern, den Phansasien sind keine Grenzen gesetzt.
Philippe beim Verbuddeln

Buddeln bis zum Verschwinden macht erst Spaß, wenn hoch eingestreut ist

Einrichtung: Je größer das Hamsterheim ist, desto mehr kann sich der Besitzer beim Einrichten austoben. Trotzdem wollten einige wichtige Dunge beachtet werden.

  • Das Laufrad muss ganz bestimmten Kriterien entsprechen. Dazu gehört eine geschlossene Lauffläche. (Gitterstäbe, Sprossen und Ähnliches, auch wenn sie mit einem Juteband verkleidet sind, sind wegen Verletzungsgefahr komplett ungeeignet.) Eine Seite sollte komplett geschlossen sein, die andere offen (Ausnahme ist ein Laufrad, das vorn keinen Standfuß hat und somit zu keinem tödlichen Schereneffekt führt). Besonders wichtig weil meist vernachlässigt ist die Größe des Laufrades: Der Durchmesser des Laufrades sollte bei Zwerghamster mind. 20cm, besser noch 25cm; bei Gold- & Teddyhamster mind. 25 besser größer sein. Abgesehn von den Laufrädern der Wodent Wheel-Reihe (aus ungiftigem, splitterfreien Plastik; erhältlich bei z.B. www.rodipet.de und www.zooplus.de) emfpehle ich nur Holzlaufräder.
Ein Laufrad in der richtigen Größe und im richtigen Material verhindert Rückenprobleme und stillt den Bewegungsdrang

Ein Laufrad in der richtigen Größe und aus dem richtigen Material verhindert Rückenprobleme und stillt den Bewegungsdrang

  • Ein Hamster brauch mindestens 2 Unterschlüpfe, dazu eignen sich Weidenbrücken, Korkstücke, Wurzeln, halbe Kokosnüsse, Röhren und Häuser. Dabei ist auf die Einstiegsbreite zu achten, die bei Zwerge mind. 5cm, bei Mittelhamstern 7cm breit sein sollte, damit selbst beim Durchgehen mit voll gestopften Backen keine Verletzungen der Backentaschen enstehen. Zudem sollten die Heime, gerade die Häuser oben zu öffnen sein und keinen Boden haben, damit man Nestkontrolle machen kann, ohne den Hamster zu stören. Der Erfahrung nach kann ich berichten, dass die Hamster umso aufgeweckter, neugieriger und tapferer sind, desto mehr Unterschlüpfe ich ihnen anbiete. Zudem ziehen sie auch immer wieder von einem Schlafplatz zum nächsten um. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit Mehrkammernlabyrinthen gemacht.
große Einstiegslöcher sind wichtig, damit auch mit vollen Backen einfach ein und aus gegangen werden kann

große Einstiegslöcher sind wichtig, damit auch mit vollen Backen einfach ein und aus gegangen werden kann

  • Ein Sandbad ist unerlässlich für jeden Hamster, er braucht ihn zu Fellpflege, das ist praktisch seine tägliche Dusche. (Wichtig! Hamster niemals nass machen, geschweige denn ins Wasser geben, die können sich verkühlen und schnell eine Lungenentzündung einfangen!) Es eignen sich große Keramikschalen, besser aber werden große Holzkisten oder ganze Sandbereiche angenommen. Dazu einfach eine Abtrennung basteln, die zwischen Sand und Streubereich steht.
Der Sand macht das Fell sauber und weich

Der Sand macht das Fell sauber und weich

  • Dann kann man eigentlich seiner Phantasie freien Lauf lassen. Mit Ebenen lassen sich zusätzliche Flächen kreieren, Futterlplätze, Erlebniszonen mit Maiseinstreu, Heuberg, Blätterhaufen usw. Alles was das Hamsterherz begeht ;)

Auch das größte Gehege ist nicht genug, wenn man bedenkt, wieviel Hamster laufen wollen. Daher empfiehlt sich ein Auslauf. Am einfachsten ist es, einfach ein paar Bretter zu verbinden, die man variabel auf und abbaun kann. Wenn man den Platz hat, eignet sich natürlich auch ein fix aufgestellter. Auf jeden Fall sollte der Auslauf größer als das Gehege und hoch genug sein, damit ein Hamster nicht darüber springen kann. Hinein kann man alles stellen, was das Herz begehrt, bzw. was nicht ins Gehege passt. Vorallem große Naturelemente, wie z.B. große Korkröhren, Wurzeln usw. finden hier einen geeigneten Platz. Aber auch große Buddelkisten und anderes Beschäftigungsmaterial können hier stehen. Ich selber gebe zusätzlich auch Laufräder hinein, um ein langes Laufen am Stück zu ermöglichen.

Der Inhalt ändert sich immer wieder, damit es nicht langweilig wird

Der Inhalt ändert sich immer wieder, damit es nicht langweilig wird