Allgemeine Infos

Bei Hamstern in der Heimtierhaltung unterscheidet man ganz grob zwischen Mittelhamstern (Goldhamster bzw. auch ihre langhaarigen Zuchtverwandten, die Teddyhamster) und Zwerghamstern. (Roborowski, Campbell und Dsungaren gehören zu den Kurzschwanz-Zwerghamstern, der chinesische Streifen- oder Zwerghamster hat einen längeren Schwanz)

In allen Arten gibt es unterschiedliche Farbgebungen, auf die ich nicht näher eingehen möchte, da ich jedes einzelne Tier als besonders und wunderschön ansehe, unabhängig von der Farbe. Zudem gebe ich gerne zu, dass meine Farbkenntnisse sich nur auf die wenigen Varianten bei Roborowski und Dsungaren begrenzt, also auch ich bei Interesse bei Fachleuten nachfrage. ;)

Das hier ist eine wunderhübsche Dame in silvergrey heterozygot banded longhair.

Das hier ist eine wunderhübsche Dame in silvergrey heterozygot banded longhair.

Alle diese Hamster sind dämmerungs- und nachtaktiv. Bis auf gelegentliche Kurzbesuche von Zwerghamster außerhalb des Hauses, spielt sich also der Hauptteil der Aktivität im Dunkeln ab. Die Sinnesleistungen der Hamster sind dafür bestens geeignet. Ihr Sehsinn ist ohnedies eingeschränkt, sie sehen schlecht und sind auch noch weitsichtig, was ein Abschätzen von Höhen erschwert, weshalb Hamster auch niemals über 15cm tief fallen können dürfen.  Denn es kommt schon mal vor, dass das Ende einer Ebene übersehen wird und der Hamster plumpst. Hamster können sehr gut hören und riechen und mittels ihrer Vibrissen (Tasthaare) erkunden sie das Gelände.

Hamster003

Die Vibrissen (Tasthaare) von einem Roborowski

Der Hamster und die Hand: Hamster lassen sich ungern anfassen, zwar kommen sie gern auf die Hand und lassen sich dort auch transportieren, aber das ist ein großer Vetrauensbeweis und muss gemeinsam erarbeitet werden, manchmal kann es vorkommen, dass ein Hamster sich trotz Bemühungen nie auf die Hand traut. Sie sind definitiv keine Streicheltiere, zwar lassen es einige über sich ergehen, aber wirklich dabei genießen können nur sehr wenige. Dafür eignen sich Hamster super zum Beobachten. Ich habe meine Leidenschaft zur Fotographie bei ihnen entdeckt, man muss nur auf die Kleinigkeiten achten, die behaarten Füßchen eines Dsungaren, die buschigen Vibrissen eines Roborowski, die großen Ohren eines Goldhamsters, usw.

Hamster002

Mit einem Leckerchen kann man das Vertrauen gewinnen

Hamster und Kinder: Zusammenfassend würde ich verallgemeinernd sagen, dass Hamster keine idealen Haustiere für Kinder sind. Sie werden wach, wenn die Kinder schon längst schlafen sollten, bei Wecken tagsüber werden sie nicht selten bissig. Sie lassen sich nicht gern streicheln, manchmal nicht einmal heben. Im Rahmen einer verantwortungsollen Erziehung können aber auch Kinder von Hamstern profitieren, dabei muss aber bewusst sein, dass kein Kind die endgültige Veranwortung für ein Tier haben sollte. Die endgültige Kontrolle, ob es dem Tier gut geht, ob es richtig ernährt, gehalten und versorgt wird, muss beim Erziehungsberechtigten liegen.

Ein Hamster ist besser als zwei: Hamster sind in der Heimhaltung Einzelgänger. Zwar wird in der freien Natur von Familienverbänden gesprochen, aber die vielen Quadratkilometer, die dort einer Famlie zur Verfügung stehen, können in der Heimhaltung niemals geboten werden. In der Natur haben die einzelnen Tiere die Möglichkeit bei Stress die Gegend zu verlassen und tagelang nicht gesehen zu werden, zudem entsteht durch das große Platzangebot weit weniger Stress. In der Heimhaltung sollte man sich mit der Einzelhaltung begnügen. Es wurde bereits untersucht, dass Hamster in Gruppen- oder Paarhaltung unter ständig andauernden Stress stehen, was mitunter ein Grund für eine kürzere Lebenserwartung sei kann, vorausgesetzt der Überlegene tötet den Unterlegenen nicht ohnedies… Ein gegengeschlechtliches Paar würde ununterbrochen Nachwuchs zeugen, der Stress dabei würde das Muttertier in kürzester Zeit komplett auslaugen und zu ihrem Tod führen.  Es haben einfach schon viel zu viele Berichte bezeigt, was mit Hamstern in Gruppen- oder Paarhaltung passiert. Wenn man sich ein paar Beispiele ansehen möchte: Die Hamsterhilfe NRW hat schon vielen verletzten und schwer kranken Tieren aus Gruppenhaltungen geholfen, dort sieht man immer wieder wie schrecklich sowas enden kann.